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Lichtmesskonferenz in Nagold (mit Kindermissionsfest)

Willkommen auf den Internetseiten einer der traditionsreichsten Veranstaltungen im nördlichen Schwarzwald!

Missionsfest in der »Weltstadt Nagold«

Am 11. und 12. Juni kommen Gäste aus aller Welt in den Nordschwarzwald

Das Landesmissionsfest rückt näher: Die Stadt Nagold ist Gastgeberin einer Veranstaltung der Evangelischen Landeskirche Württemberg, die die ganze Welt im Blick hat. Ein Globus als Blickfang, das Motto: »Eine Mission. Eine Welt.«

Inhaltlich werden einerseits aktuelle Themen beleuchtet: Entwicklungshilfe, Bekämpfung von Fluchtursachen und Armut. Andererseits geht es um grundsätzliche Belange in der internationalen Zusammenarbeit und um strategische Überlegungen zum Weitertragen der christlichen Botschaft – Mission ist ein ganzheitliches Anliegen. So sieht es auch Roger Wegurih aus Ghana: »Mission muss dafür sorgen, dass es uns alle besser geht, dass wir alle ein Leben als Ebenbilder Gottes führen können.« Mission gehe in alle Richtungen. Die Kirche aus Deutschland sei für ihn als Afrikaner »wie eine Großmutter, die uns den Glauben gebracht hat«. Und heute kommen die »Enkel« mit dem Evangelium zur »Großmutter« zurück, griff Dekan Ralf Albrecht das Bild auf. Auch Dr. Iwona Baraniec aus Polen sieht Christsein als gegenseitiges Lernen voneinander. »Verschiedene Perspektiven ergänzen sich zu einer Christenheit.« Heike Bostien, Leiterin des »Dienstes für Mission, Ökumene und Entwicklung« innerhalb der Landeskirche, betont die weltweite Geschwisterschaft der Christen.

Voller Vorfreude auf das Landesmissionsfest (v.l.n.r.): Heike Bosien (»Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung), Johannes Wörner (Evangelisches Jugendwerk), Dekan Ralf Albrecht (Kirchenbezirk Nagold), Eva-Magdalena Ammer (Bezirkskantorin), Andreas Kümmerle (Oberkirchenrat in der Landeskirche Württemberg), Roger Wegurih (Ghana), Peter Ammer (Bezirkskantor) und Iwona Baraniec (Polen).

Wie das Evangelium in die Welt hinaus- und gleichzeitig nach Württemberg und Nagold hineingetragen wird, davon wird das Wochenende am 11. und 12. Juni ein buntes Zeugnis geben. Bischof Jeevan Komanapalli aus Indien wird an der Auftaktveranstaltung in der Wachsenden Kirche sprechen. Aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnern aus Württemberg ist dort eine Kirche mit über 150.000 Gemeindegliedern geworden.

Rund um die Stadthalle ist während beider Tage volles Programm geboten: Eine Missionsausstellung von 50 Organisationen, die in Kooperation mit der Landeskirche ihre Arbeit tun, eine Spielstraße für Kinder, das Brot-für-die-Welt-Mobil mit fair gehandeltem Kaffee sowie eine Verpflegungsstation.

In insgesamt 21 Workshops können während des Landesmissionsfests Themen rund um Mission vertieft werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die internationale Zusammenarbeit und auch der Umgang mit Menschen aus aller Welt in unserem Land – Horizonterweiterung in vieler Hinsicht ist geboten. An drei Exkursionen können Besucher Nagolds Geschichte und wichtige historische Persönlichkeiten kennenlernen. Der Samstagabend ist der Musik gewidmet: Das einzigartige Hiskia-Oratorium führt verschiedene Musikstile zusammen sowie Künstler zwischen 13 und 80 Jahren. Alternativ gibt es flotte Dance-Musik mit DJ Faith.

Der Höhepunkt am Sonntagnachmittag wird ein großes Missionsfestival in der Stadtkirche sein: Mit dabei sind Landesbischof Frank Otfried July, Reverend Canon Francis Omondi aus Kenia, die Sängerin Judy Bailey und weitere internationale Gäste. In einer Art Prozession führt der »Sendungsweg« gegen 16 Uhr von der Kirche zum Vorstadtplatz, wo der Schlusspunkt des Landesmissionsfests mit feierlichen Posaunenklängen gesetzt wird. Von dort werden Missionare von Nagold in alle Welt ausgesandt.

Dekan Ralf Albrecht erwartet 600 bis 1000 Menschen – aus Nagold, dem Bezirk, Württemberg und aus aller Welt. »Nach der Landesgartenschau 2012 kann sich Nagold wieder einmal als Weltstadt präsentieren«, betonte Albrecht augenzwinkernd. Eintritt und Verpflegung sind frei. Weitere Informationen gibt es unter www.landesmissionsfest.de. In den Kirchengemeinden liegen Programmhefte aus.


Von Washington nach Nagold – ein Rückblick auf 2016

Steffen Kern als Hauptredner bei der Lichtmesskonferenz / Ausstellung und Seminare zeigen buntes Spektrum

»Jesus – der Mittelpunkt unseres Glaubens«. Für Christen ist diese Aussage eigentlich selbstverständlich, die Veranstalter der 160. Lichtmesskonferenz wollten sie zum runden Jubiläum aber besonders unterstreichen. Steffen Kern, Geschäftsführer des »Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes«, Pfarrer und Buchautor konnte dafür als Redner gewonnen werden. Ebenso wie vielen Missionaren und Missionsinteressierten, die sich alljährlich seit 1857 versammeln, ist es Kerns Anliegen, Menschen für den Glauben an Jesus Christus zu gewinnen. Besonders eindrücklich bewies er dies bei ProChrist, wo er 2013 kurzfristig Ulrich Parzany vertreten musste und vor Hunderttausenden predigte.

Kern war vor einigen Tagen nach Amerika eingeladen worden, um am dem Gebetsfrühstück des US-Präsidenten Barack Obama teilzunehmen. Hatte er 30 Stunden zuvor den berühmten Schauspieler Morgan Freeman noch persönlich gegrüßt, sprach er nun im alterwürdigen Nagolder Zellerstift zu den 300 Versammelten.

Die Worte Jesu seien es, die uns auch heute noch täglich herausfordern, so Steffen Kern. Die Bergpredigt umfasse nur wenige Kapitel in der Bibel, doch »damit wird man nie fertig.« Jesus lege durch seine Lehre und sein Wirken den Maßstab an unser Leben. »Die Ich-bin-Worte zeigen sein Wesen, die Wundergeschichten entfalten sein Leben.« Jesus Christus habe uns Gott näher gebracht als alle Propheten, seine Auferstehung und die Vergebung der Sünden schließlich seien für Christen tatsächlich der »Mittelpunkt des Glaubens«.

Über die Anliegen der Missionare und Missionswerke konnten sich die Besucher auch an den Ständen informieren, die den Veranstaltungssaal umrahmten. In Arbeitsgruppen gab es nach der Kaffee- und Begegnungspause die Gelegenheit, einzelne Themen zu vertiefen: Holger Jung und Ortwin Österle beleuchteten die Bedeutung von Jesu für Muslime, Markus Völker berichtete aus der Mission in Südamerika, von ihrer geistlichen Berufung erzählten Angelika und Thomas Röhm. Ganz konkrete Vorschläge zum Kurzzeiteinsatz für junge Leute gab es bei »Christliche Fachkräfte International«.

Zurück im Plenum fragte Dekan Ralf Albrecht die Referenten nach besonderen Begegnungen mit Glaubensgeschwistern aus aller Welt. Deutlich zeigte sich, dass Mission nicht nur bedeutet, das Evangelium hinauszutragen, sondern auch von anderen Christen zu lernen, den eigenen Horizont zu erweitern und im Glauben gestärkt zu werden.

Vor der 161. Lichtmesskonferenz im nächsten Jahr findet am 11. und 12. Juni 2016 ein noch größeres Ereignis zum Thema »Mission« statt: Das Landesmissionsfest der Evangelischen Kirche in Württemberg wird 2016 in Nagold durchgeführt. Es wird ein vielfältiges Programm geben, so Kirchenrat Dr. Andreas Kümmerle, das die Stadt nicht so schnell wieder vergessen wird. Auch in der Zeit vor und nach dem Landesmissionsfest wird es Veranstaltungen zum Thema Mission geben, im Grunde war die Jubiläums-Lichtmesskonferenz der Auftakt dazu. Weitere Informationen gibt es unter www.landesmissionsfest.de.


Thema 2016: »JESUS!«

Sie können das Programmheft 2016 im PDF-Format herunterladen.

 


Mit christlichen Medien die Menschen erreichen – ein Rückblick auf 2015

Jürgen Werth spricht bei Lichtmesskonferenz / Weltmission auch mit moderner Technik

200 Besucher zur Lichtmesskonferenz und 40 Kinder zum Kindermissionsfest: Ein zentrales Anliegen Gottlieb Heinrich Zellers – die Weltmission – führte auch 150 Jahre nach dem Tod des berühmten Nagolders zahlreiche Christen aus dem Kirchenbezirk zusammen. Im Zellerstift traf man sich unter dem Motto »Jesus – mit Augen und Ohren erleben« zur 159. Auflage der traditionsreichen Veranstaltung, die seit 1857 ununterbrochen jedes Jahr stattfindet. Mit Augen und Ohren erleben heute Menschen das Evangelium durch die Medien. Als Hauptredner war deshalb Jürgen Werth in Nagold, bis 2014 Direktor und Moderator des Evangeliumsrundfunks.

Die Ohren der Zuhörer allerdings erlebten während seiner Predigt auch ein blaues Wunder: Ausgelöst durch eine Popcornmaschine lief die Rauchmeldeanlage Amok und durch technische Probleme konnte der Saal erst nach einigen Minuten wieder vom ohrenbetäubenden Lärm befreit werden. Werth – ganz Radioprofi und mit technischen Komplikationen seit der Ära des Kurzwellenfunks bestens vertraut – zeigte sich relativ unbeeindruckt und erzählte vom Auftrag des Evangeliumsrundfunks: Den Menschen die christliche Botschaft nahezubringen, »ohne Jesus sieht man nicht die ganze Wirklichkeit!« Seit 1961 läuft das Programm des christlichen Senders, früher über Kurzwelle aus Monte Carlo. Erst Mitte der 1980er Jahre durften nicht-öffentlich-rechtliche Sender von deutschem Boden aus senden. Werth freut sich, dass inzwischen in bester Digitalqualität die »frohe Botschaft« auch über das Internet verbreitet werden kann. »Wir weisen auf Jesus hin«, denn das Evangelium sei auch in stürmischen Zeiten die beste Hoffnung für die Menschheit.

Nach der Kaffeepause, während der sich die Besucher an zahlreichen Infoständen über Missionsprojekte aus der Region informieren konnten, standen drei Seminare zur Auswahl: Jürgen Werth – auch Buchautor und Liederdichter –erläuterte weitere Aspekte der heutigen christlichen Medienarbeit; Bernt Mörl und Timo Roller, ebenfalls Medienexperten, wiesen auf die Herausforderungen und Gefahren moderner Medien hin; ein Team von Missionaren der Überseeischen Missions-Gemeinschaft (ÜMG) berichtete von den Chancen, in hochtechnisierten Großstädten Asiens durch persönlichen Einsatz und Medienarbeit die Herzen der Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.

Nach einem von Dekan Ralf Albrecht moderierten Schlussplenum und dem Auftritt der Kinder, die das parallel durchgeführte Kindermissionsfest besucht hatten, ging der vielseitige Nachmittag um 17 Uhr zu Ende. Für die musikalische Gestaltung hatten ein gemeinsamer Chor aus Bläsern des Bezirks sowie der Projektchor Bösingen-Beihingen gesorgt.



Lichtmess

»Maria Lichtmess« oder »Darstellung des Herrn« ist der 40. Tag nach Weihnachten und erinnert an die Darbringung Jesu als erstgeborenen Sohn im Tempel. Nach dem Gesetz des Mose war eine Mutter nach der Geburt 40 Tage unrein (3. Mose 12,1–8). Danach brachten Maria und Josef ihren Sohn nach Jerusalem. Der gottesfürchtige Simeon und die Prophetin Hanna kamen zur Darstellung im Tempel dazu und erkannten in Jesus das Licht der Welt. Lukas 2,22–40 berichtet davon. Diesem Bibeltext wurde in den letzten Jahren das jeweilige Motto der Konferenz entnommen.

Lichtmesskonferenz

Gottlieb Heinrich Zeller wollte einmal im Jahr alle Missionsinteressierten zu einem Austausch versammeln und benutzte dazu den damals arbeitsfreien Lichtmesstag. Seit der Abschaffung dieses Feiertags findet die Konferenz am ersten Sonntag im Februar statt. Auch noch heute ist der Mittelpunkt der Veranstaltung der im Missionsbefehl festgelegte Auftrag an die Gemeinde: das Evangelium der ganzen Welt zu sagen. Die erste Lichtmesskonferenz war am 2. Februar 1857. Seither hat sie ununterbrochen jedes Jahr stattgefunden.

Dr. Gottlieb Heinrich Zeller (1794 bis 1864)

G. H. Zeller war gottesfürchtig und wohlhabend. Er hatte einen Blick für die Herausforderungen seiner Zeit. Als Apotheker und Wissenschaftler war ihm immer auch das Wohl seiner Mitmenschen ein Anliegen. Mit der von ihm gegründeten Lichtmesskonferenz wollte der fromme Pietist die Mission in Württemberg zu einem Anliegen machen und den Blick für die Menschen in aller Welt weiten. Hauptredner der ersten Konferenz war der mit Zeller befreundete Pfarrer, Evangelist und Publizist Christian Gottlob Barth (1799 bis 1862) aus Calw. Das Erbe von Zeller lebt in dieser Konferenz fort – und auch im Veranstaltungsort, dem Gemeindehaus »Zellerstift«, das auf seine Stiftung zurückgeht und seinen Namen trägt.


Veranstalter:

Zellerstiftung Nagold,
Vorsitzender: Dekan Ralf Albrecht, Hohe Str. 7/1, 72202 Nagold
Telefon: 07452 2423

Anschrift des Veranstaltungsorts:

Evangelisches Gemeindehaus Zellerstift
Lange Straße 17
72202 Nagold

 

Aktualisiert am 9.2.2016